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in den Sommer
Weg vom Nikotin dank Nichtraucherkurs
27.06.2014 | 15:38 Uhr
Weg vom Nikotin dank Nichtraucherkurs
Annegret Scholkemper hat vor einem Jahr einen Nichtraucherkurs bei
Thomas Dopatka absolviert.
Foto: Martin
Möller
Bottrop.
Thomas Dopatka bietet seit zwölf Jahren Nichtraucherkurse an. Der
Diplom-Psychologe weiß wie Raucher eingefahrene Gewohnheiten ändern
können. Fast 400 Bottroper haben Dank seiner Hilfe den Weg weg von der
Kippe gefunden.
„Mit
dem Rauchen aufhören ist leicht – ich habe es schon hundert Mal
versucht.“ Auf den Spuren dieses Zitats von Mark Twain sind auch
Annegret Scholkemper und Stefan Pollender - beide rauchten über
Jahrzehnte - oft gewandelt. „Wie oft hab’ ich es mir vorgenommen und
spätestens nach dem Frühstück fehlte die Zigarette, und die Umsetzung
des guten Vorsatzes wurde auf den nächsten Tag verschoben“, erinnert
sich Annegret Scholkemper. Und auch Stefan Pollender hat immer wieder
versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. „Aber spätestens nach drei
Monaten kam der Rückfall“, so Pollender. Doch nun haben sie es
geschafft: Seit fast einem Jahr kann sie keine Zigarette mehr locken,
die beiden sind „rauchfrei“.
„Etwa
95 Prozent der Raucher wollen aufhören“, weiß Thomas Dopatka, „aber 80
Prozent rauchen auch gern.“ Seit zwölf Jahren bietet der
Diplom-Psychologe Nichtraucherkurse an und weiß, wie sich dieser
Zwiespalt auflösen lässt. „Das Problem ist, dass Raucher die positiven
Aspekte, wie Geselligkeit und Gemütlichkeit, stark überbewerten,
während die positiven Aspekte des Nichtrauchens eher abgewertet oder
gar nicht wahr genommen werden“, so Dopatka. Hier setzt der
Diplom-Psychologe in seinen Nichtraucherkursen an, die insgesamt acht
Kursstunden umfassen.
Zu
Beginn (1. bis 4. Kursstunde) steht die Vorbereitung auf das
Nichtrauchen: Der Blick auf die positiven Aspekte eines rauchfreien
Lebens und eine Identität als Nichtraucher werden geschärft, Ängste
abgebaut und Zuversicht aufgebaut. „Unabhängig vom Wille mit dem
Rauchen aufzuhören, ist die bewusste Auseinandersetzung wichtig.
Raucher müssen einerseits hinterfragen, warum sie zur Zigarette
greifen, und andererseits sehen, wie sie eingefahrene Gewohnheiten
verlassen und das Leben so verändern können, dass sie die Zigaretten
nicht mehr brauchen“, so Dopatka. In der Kursmitte erfolgt dann der
„Rauchstopp“ nach der „Schlusspunkt-Methode“ (also keine Zigarette
mehr), anschließend eine Phase der Stabilisierung. „Nach dem Kurs sind
80 Prozent der Teilnehmer rauchfrei, nach einem halben Jahr etwa 40
Prozent.“ Wobei die Chance mit Hilfe eines Kurses Nichtraucher zu
werden zehn Mal höher sei als ohne. „Aber Tabakabhängigkeit ist halt
eine anerkannte Suchterkrankung, Rückfälle gibt es – leider.“
Krankenkassen
Kosten werden zum Teil übernommen
Seit
zwölf Jahren bietet Diplom-Psychologe Thomas Dopatka Nichtraucherkurse
nach dem „Rauchfrei-Programm“ an. In der Regel übernehmen die
gesetzlichen Krankenkassen zumindest einen Teil der Kosten. „Etwa zwei
Drittel der Interessenten sind Frauen“, stellt Dopatka fest. Etwa 400
Bottropern hat der Diplom-Psychologe, der selbst 30 Jahre lang geraucht
hat, schon geholfen, von der Zigarette wegzukommen. „Grundsätzlich muss
ein bestimmter Punkt im Leben erreicht sein, um mit dem Rauchen
aufzuhören“, weiß Dopatka aus Erfahrung. Die meisten würden alleine
versuchen, mit dem Rauchen aufzuhören, nur wenige suchen die
Unterstützung in einem Kurs. „Dabei lüftet der den Schleier der
Unbewusstheit“, so Dopatka.
Die
meisten Kursteilnehmer seien über 40 Jahre alt.Und natürlich haben alle
Angst vor den Entzugserscheinungen. „Aber bei 50 Prozent gibt’s die gar
nicht“, stellt Dopatka fest. Zudem könne eine Nikotinersatztherapie mit
Pflastern oder Kaugummis die Verhaltenstherapie abrunden.
Stefan
Pollender gehört zu denen, die es geschafft haben. „Die Geburt unserer
Tochter Lisa war der Auslöser, einen Nichtraucherkurs zu besuchen“,
erläutert der 37-Jährige seine Beweggründe, nach über 20 Jahren mit dem
Rauchen aufzuhören. „Aber erst im Kurs wurde mir durch eine freiwillige
Hypnose klar, warum und dass ich wirklich aufhören wollte.“ Nun sei er
überglücklich es geschafft zu haben, sei überzeugter Nichtraucher,
fühle sich rundum wohl und breche durchaus nicht in Panik aus, wenn um
ihn herum die Leute rauchen. „Statt zu einer Zigarette, hab ich
zunächst zu einem Apfel gegriffen, damit es gesellig ist. Jetzt brauche
ich auch das nicht mehr.“
Kaum noch Luft bekommen
Für
Annegret Scholkemper waren gesundheitliche Gründe ausschlaggebend: „Ich
hab kaum noch Luft bekommen, wenn ich eine Treppe hochlaufen musste und
bei meinem heiß geliebten Pferdesport war an Galopp nicht mehr zu
denken.“
Jetzt
geht das wieder und zudem schätzt die 60-Jährige, dass „Auto und
Wohnung nicht mehr so stinken, ich die Gardinen nicht mehr so oft
waschen muss und mehr Geld im Portemonnaie habe. So kann ich mir nun
jeden Monat einen Kosmetiktermin leisten.“
Andrea
Kleemann
Weg
vom Nikotin dank Nichtraucherkurs | WAZ.de -Das Original
lesen Sie unter:
http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/weg-vom-nikotin-dank-nichtraucherkurs-id9526796.html

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